Jugendrotkreuzler beim Landeszeltlager 2011

Interkulturelle Öffnung im Badischen Jugendrotkreuz

Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft verändert nicht nur die deutsche Gesellschaft. Es ist auch eine Herausforderung für das Deutsche Rote Kreuz, das mit mehr als 4 Millionen Mitgliedern in Deutschland verankert ist. Jeden Tag treffen engagierte ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter auf Menschen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Bedürfnissen.

Ausgehend von den Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sind wir dem Schutz der Menschenrechte und der Achtung der Menschenwürde verpflichtet. Um dieses Ziel umsetzen zu können, ist die Interkulturelle Öffnung des Deutschen Roten Kreuzes und damit auch des Jugendrotkreuzes unerlässlich.

Interkulturelles Deutschland

Interkulturalität beschreibt die Wechselwirkung oder Interaktion unterschiedlicher Kulturen miteinander. Deutschland ist ein Zuwanderungsland und es leben Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen hier. Zugewanderte und Kinder von Zugewanderten sind ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Mehr als 15 Millionen Einwohner, das sind knapp 20 Prozent der deutschen Bevölkerung, haben einen Migrationshintergrund (Migration = von latein. migratio „(Aus-)Wanderung, Umzug“); jeder zweite von ihnen ist laut Staatsbürgerschaft Ausländer. Mehr als jeder zweite, der mit einem ausländischen Pass in Deutschland lebt, tut das seit mehr als 10 Jahren, jeder dritte bereits 20 Jahre und länger.

Was ist Interkulturelle Öffnung?

Mit der Interkulturellen Öffnung können wir insbesondere diese Rotkreuz Grundsätze berücksichtigen und praktizieren

Interkulturelle Öffnung beschreibt den Prozess, Menschen mit Migrationshintergrund grundsätzlich als gleichberechtigt anzuerkennen und ihnen in allen gesellschaftlichen Bereichen Teilhabe und Mitwirkung zu ermöglichen.

Als weltweit größte humanitäre Organisation kann und muss das Rote Kreuz mit gutem Beispiel voran gehen. Nur so kann es seine Grundsätze konsequent umsetzen und als zentraler zivilgesellschaftlicher Akteur in einer vielfältigen Gesellschaft den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gerecht werden. So wurden in den letzten Jahren national wie international eine Reihe von Rotkreuz-Beschlüssen verabschiedet, die die Notwendigkeit der Interkulturellen Öffnung bekräftigen. Unter diesem Klick findet ihr die " Leitthesen und Grundsätze zur Interkulturellen Öffnung im Deutschen Roten Kreuz".                                                                                                              


 

 

JRK Ziel: Handeln für Frieden und Völkerverständigung

Mit der Interkulturellen Öffnung kommen wir auch unserem herausragenden Ziel näher: Dem Handeln für Frieden und Völkerverständigung,  §1 (4), Ordnung des Badischen Jugendrotkreuzes 

Das Jugendrotkreuz hat den Auftrag die Anwaltschaft für alle Kinder und Jugendlichen ungeachtet ihrer Herkunft zu übernehmen. Die Präambel der Ordnung des Badischen Jugendrotkreuzes besagt:

"Wir wirken ohne Unterschied der Nationalität, des Geschlechts, der Religion und der politischen Überzeugung, hauptberuflich und ehrenamtlich an der Erfüllung der Aufgaben der Rotkreuz-und Rothalbmondbewegung mit. Wir bekennen uns zu dem humanitärem Völkerrecht, insbesondere zu den Menschenrechten, der UN-Kinderrechtskonvention und zur freiheitlich demokratischen und sozialen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland"


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Was kann ich für die Interkulturelle Öffnung tun?

22.12.2011: JRK-Gruppe Eckartsweier des KV Kehls bei einer Moscheeführung des Islamischen Vereins in Kehl

Interkulturell "kompetent" zu sein oder seinen Kreisverband/Ortsverband/JRK-Gruppe interkulturell zu öffnen, ist ein Prozess, den man in zwei grundlegende Schritte aufteilen kann:

1. Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit Begriffen, die für das Thema Interkulturalität wichtig sind. Zum Beispiel:

 

Was ist Kultur? Gibt es eine deutsche Kultur oder gab es diese? Was heisst dann interkulturell?  

 ??? WO KANN ICH DAS LERNEN???

  • Ausserdem wird es ab Oktober 2012 ein Modul zur Interkulturellen Öffnung in der GAGL Ausbildung geben (Grundausbildung für GruppenleiterInnen). 
  • Es gibt die Möglichkeit eine ReferentIn vom Landesverband zu dem Thema einzuladen (Interkultureller Workshop mit Kreisjugendleitungen, JRK-Gruppe, Info-Veranstaltung); Kontakt: stefanie.bauerschaper@drk-baden.de

 

2. Den Dialog mit anderen Kulturen suchen. Andere Kulturen kennenlernen.

Hierfür muss man schauen, was konkret vor Ort machbar ist. Beispiele:

  • Der Ortsverein Eckartsweier hat zum Beispiel Kontakt zu dem Islamischen Verein aufgenommen. Der Verein stellt ihnen ihre Moschee vor und war auch sehr interressiert an der JRK-Arbeit. Es ist nun vom JRK geplant, einen Info-Abend zum Thema Blutspende für den Islamischen Verein zu organisieren. KlICK!
  • Das JRK Emmendingen hat eine Partnerschaft mit dem Kroatischen Roten Kreuz und war letzten Sommer in Kroatien. Hier haben die Jugendlichen erlebt, dass das Rote Kreuz auch ganz anders funktionieren kann. KLICK!


  • Gruppenstunden zu dem Thema anbieten. Beschäftigt euch in den Gruppenstunden mit Themen, die zur "Interkulturalität" passen: Was ist Kultur? Was ist die deutsche Kultur? Was waren Gastarbeiter? Was heisst es Flüchtling in Deutschland zu sein? Was ist Rassismus? Was macht das Rote Kreuz international? Was ist Migration?

         >Oder schaut Filme an, die zu dem Thema passen und diskutiert darüber.

         >Oder kocht doch mal ein Gericht aus einem anderen Land. 

In den nächsten Monaten werden hier ein paar Gruppenstunden Ideen platziert werden. KLICK!

 

 

 

 

 

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Interkulturelle Action!

JRK Bärenhospital bei Südwind

Am 23. Juni 2012 ab 16:30 Uhr tummelten sich wie jedes Jahr, wieder eine Menge von Menschen mit verschiedener Herkunft auf dem Internationalen Sommerfest von Südwind. Der Verein für interkulturelle und soziale Arbeit hatte allen Grund zum feiern: Das Fest auf der Faulerstraße in Freiburg hatte dieses Jahr 30 jähriges Jubiläum! Das Sommerfest ist ein musikalischer und kulinarischer Spaziergang durch die Vielfalt und Verschiedenheit der Kulturen in Stadt und Land, ein Symbol von Lebensfreude über alle Herkunftsgrenzen hinweg. Doch diesmal war etwas anders. Am Ende oder je nach Perspektive, am Anfang von den bunten Ständen mit Köstlichkeiten aus Italien, Indonesien, Äthiopien und vielen mehr, konnte man einen Rettungswagen erkennen. Schilder mit Rotem Kreuz, Rotem Halbmond und Rotem Kristall säumten zwei weiße Zelte.

Erstmalig hatte das Badische Jugendrotkreuz einen Stand in diesem bunten Treiben. Das Jugendrotkreuz des Kreisverbandes Lörrach und hier insbesondere der Ortsverein Maulburg/Kleines Wiesenthal haben ein Bärenhospital aufgebaut. Das Bärenhospital ist ein bärenstarkes  Konzept zur Heranführung an die Erste Hilfe und zum Wecken des Interesses für die Rotkreuzarbeit. So lernten die Kinder halbe Meter großen Teddybären bei einem Unfall Erste Hilfe leisten, mussten diesen dann auf die Trage legen und zur Krankenstation bringen. Es war faszinierend, wir rührend und ernsthaft sich die Kinder um den verletzten Teddy kümmerten und erst zufrieden waren, wenn dieser gut im „Krankenhaus“ versorgt wurde. Neben dem Bärenhospital hatte das Jugendrotkreuz noch einen Info-Stand aufgebaut. Zwei Mitglieder der Landesleitung sowie ein Landesausschuss Mitglied informierten hier insbesondere über die interkulturelle Offenheit des Roten Kreuzes. So ist auch das Jugendrotkreuz eine Gemeinschaft der internationalen Rotkreuz und Rothalbmondgesellschaft, die jedem Menschen hilft, egal aus welchem Land dieser kommt. Das Badische Jugendrotkreuz freut sich, beim nächsten Jahr wieder dabei sein zu können.

 

 

 

 

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Literaturtips, Filmtips, Praxisbeispiele und Gruppenstunden

 

DRK-Generalsekretariat Berlin, 2011: Viele Gesichter - Ein Verband. Die Interkulturelle Öffnung im DRK

In dieser aktuellen Broschüre befinden sich die Grundsätze zur Interkulturellen Öffnung im DRK, sowie eine theoretische Einführung in das Thema, Initiativen auf Bundesebene sowie Praxisbeispiele aus verschiedenen Arbeitsfeldern (auch dem JRK).

Die Broschüre ist auch kostenlos beim Landesverband bei Stefanie Bauerschaper zu bestellen : stefanie.bauerschaper@drk-baden.de

 

DRK-Generalsekretariat, Berlin, 2010: "Unsere Vielfalt-Unsere Stärke" Unterrichtsmaterialien 2010 zu "Vielfalt in der Schule"

In diesem Heft findet ihr eine gute Einführung in das Thema Vielfalt. Ausserdem gibt viele praktische Methoden für eure Gruppenstunden! Auch Interkulturelles spielt hier eine große Rolle!

Das Heft ist auch ist auch kostenlos beim Landesverband bei Stefanie Bauerschaper zu bestellen : stefanie.bauerschaper@drk-baden.de

 

http://mein-jrk.de/themen/internationales/

In 186 Ländern der Welt engagieren sich Menschen im Zeichen des Roten Kreuzes. Hier liest Du, was auf internationaler Ebene passiert.

 

http://www.jugendrotkreuz.de/internationales/

Das ist die "Internationales" Homepage vom JRK Bundesverband. Hier findet ihr Informationen über Hilfsprojekte, die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft, das Humanitäre Völkerrecht, Internationale Begegnungen und Netzwerke. 

 

Spielfilm: Almanya. Willkommen in Deutschland. (2011) 

Als der sechsjährige Cenk Yilmaz an seinem ersten Schultag weder ins deutsche noch ins türkische Fußball-Team gewählt wird stellt sich ihm die Frage nach seiner Identität. Auch seine Cousine Canan steht zwischen ihren türkischen Wurzeln und ihrer Selbstverwirklichung. Schließlich traut sie sich nicht, ihren Eltern von ihrem englischen Freund zu erzählen und dass sie von ihm bereits ein Kind erwartet.

Bei einer Familienfeier verkündet die Großmutter Fatma die Einbürgerung in Deutschland, während Großvater Hüseyin erklärt, dass er ein Haus in der Türkei gekauft habe und mit der ganzen Familie dorthin fahren möchte. Gemeinsam fliegt die Großfamilie in den Ferien in die Türkei und macht sich in einem Kleinbus auf den Weg nach Ostanatolien ins alte Heimatdorf, um das neu erstandene Haus zu besichtigen.

Den Film kannst du kostenlos beim Landesverband ausleihen bei: stefanie.bauerschaper@drk-baden.de

 

Kurzfilm (17min): Weltweit-Weltnah. Ein Film über Migration und Integration (2011)

Die Menschen des Ruhrgebiets kommen aus allen Teilen der Welt. In dem Kurzfilm "Weltweit - Weltnah" werden acht junge und alte Menschen mit Migrationshintergrund interviewt. Sie alle leben in Witten und berichten von Fremdheit und Heimatgefühl, Rassismus und Toleranz, wie schwierig es ist sich in eine Gesellschaft zu integrieren, die einen nicht mit offenen Armen empfängt und dass es dennoch gelingen kann.

Regie, Kamera, Schnitt: Andrea Lötscher

Ein Projekt der Wittener Internationalen Liste (WIL) und der Wittener Internationalen Gesellschaft (WIG e.V.),
gefördert im Rahmen des Bundesprogramms
"TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"

Der Kurzfilm ist bei YOUTUBE zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=p9DzLJV7o4Q

 

http://www.vielfalt-mediathek.de

In der Vielfalt-Mediathek des IDA e. V. und DGB Bildungswerkes Bund können sich Fachöffentlichkeit und andere Interessierte über Projekte, Aktionen und Dokumentationen aus dem 2011 gestarteten Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN", den seit 2008 laufenden XENOS-Programmen "Integration und Vielfalt", "Ausstieg zum Einstieg" und "Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge" sowie der 2010 abgeschlossenen Programme "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" und "kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus" informieren.Darüber hinaus finden sich Materialien aus dem Aktionsprogramm "Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" und seinen drei Teilbereichen ENTIMON, CIVITAS und XENOS aus den Jahren 2001 bis 2006.
 

Alle registrierten Veröffentlichungen können kostenfrei zwei Wochen lang bei der Vielfalt-Mediathek ausgeliehen werden!

 

Interkulturelles für die Gruppenstunde: 

Thema: Migration

Ein super Methoden Ordner: Multikulti. Die Welt vereint im JRK

Methoden ab 11 Jahre, Methoden ab 14 Jahre, interkulturelle Rezepte, interkultureller Kalender, Projektideen....

 

Der Interkulturbeutel:

Pixibuch: Einführung in die Interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit

Verrückte Postkarten

Interkultureller Kalender

Ein methodischer Ideenfächer

 

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Ansprechpersonen

Stefanie Bauerschaper: erreichbar Montag bis Freitag von 12:00 bis 16:00 unter 0761/88336124 oder stefanie.bauerschaper@drk-baden.de

Sören Hildebrand (Landesleitung): soeren.hildebrand@jrk-baden.de

Sabrina Konzok (Landesleitung): sabrina.konzok@jrk-baden.de

Michaela Rombach (Landesausschuss), Michaela ist ab Febr. 2012 für längere Zeit im Ausland: michaela.rombach@jrk-baden.de

 

 

 

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